Jugendhilfe

Wir freuen uns sehr, dass Du Dich für unsere Einrichtung interessierst und wir Dich eventuell bald aufnehmen können.
Es ist schön, dass Du ein drogenfreies Leben führen möchtest, auch wenn es für Dich noch schwer vorstellbar ist.

Die wichtigsten Regeln bei uns sind: verbale und körperliche Gewalt werden nicht geduldet, Drogen jeder Art sind verboten und Du musst mitwirken. Gegenseitige Rücksichtnahme ist uns sehr wichtig. Einige wichtige Dinge hast Du ja sicher schon auf den anderen Seiten erfahren, wie zum Beispiel unsere Tagesstruktur aussieht, die Möglichkeit eines Schulabschlusses mit anschließender Weitervermittlung in eine Berufsausbildung bzw. weiterführende Schule, unsere Freizeitaktivitäten usw… In der Aufnahmephase wird Dir ein Tutor, das ist ein Jugendlicher der schon länger hier ist, zur Seite gestellt. Der Tutor hilft Dir, Dich einzugewöhnen, erklärt Dir alles und beantwortet Dir viele Fragen. Geraucht werden darf nur in einem Raucherhäuschen zu den vorgegeben Zeiten. Das war erst einmal das Wichtigste, wie es hier abgeht.

Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass es in den ersten Wochen sehr schwer ist, hier zu bleiben und sich an alles zu gewöhnen.
Die Therapie wird daher zunächst im Aufnahmebereich beginnen. Dazu wirst Du für die Anfangszeit von mindestens 15 Tagen (Du entscheidest selbst, ob sie länger dauert) zunächst nur Sportsachen und Arbeitssachen tragen. Wenn wir sehen, dass Du Dich gut gemacht hast, also an allem teilgenommen hast und alle Aufgaben erledigt sind, kannst Du in die 2. Phase wechseln und ein Zimmer im Wohnbereich der Jugendlichen beziehen.



Sozialpädagogische Betreuung

Hauptaufgabe der Jugendhilfe ist die Schaffung einer klaren Tagesstruktur und das Erlernen von Regeln und Normen unserer Gesellschaft. Die Umsetzung erfolgt durch individuelle Tagespläne und einen Wochenstrukturplan. Deren Erfüllung ist im Hinblick auf Teilnahme und eigenes kreatives Einbringen verpflichtend. Hilfe für die Orientierung und Therapiemotivation bietet ein einheitliches Phasenmodell mit festen Regeln und das Tokensystem, was sich bewährt hat.

Jugendliche, die erst relativ kurze Zeit bei uns sind, können dieser Struktur nicht im vollen Umfang Folge leisten. Eine wichtige Grundlage stellt hier das Phasenmodell dar. Auf Grund gewachsener Erfahrungen wurde genau definiert, wer sich in welcher Entwicklungsphase befindet oder befinden sollte. Mit jeder Phase sind genaue Leistungsanforderungen zu Qualität und Quantität definiert. Gleichzeitig dient es den Jugendlichen nicht nur zur Orientierung, sondern benennt klar, welche Rechte jede entsprechende Phase bietet. Dies kann in der jeweiligen Phase und bei entsprechendem Alter z.B. in einer betreuten Wohnform mit eigenem Organisieren des Tagesablaufes und selbständigem Umgang mit Geldern enden. Das Phasenmodell geht von ca. 1-2 Jahren  Aufenthaltsdauer aus. Wir erwarten nicht, dass der Jugendliche vom ersten Tag an sein Ziel fest im Auge behalten kann. Hier greift unterstützend und vor allem motivierend das Tokensystem.

Das Tokensystem stellt Verhaltensziele der Jugendlichen, Elemente der Tagesstruktur und Regeln des Hauses abrechenbar dar. Die Auswertung erfolgt in phasenabhängigen Zeiträumen (3 bis 5 je Tag). In der Auswertungsrunde am Abend wird täglich mit jedem Jugendlichen der ganze Tag ausgewertet und es werden die verdienten Chips/Token ausgegeben, die von den Jugendlichen eingelöst werden können, um ihre Freizeit zu gestalten (z.B. Kinobesuche, Ausgänge am Wochenende, Fernsehen, WII spielen, Belohnungsnachmittage mit Bezugsbetreuer etc.). Die Bewertung und Belohnung erfolgt also mittels Chips und wird am Tagesende für jeden Jugendlichen sichtbar. Einmal, am Anfang der Woche, wird die vergangene Woche für jeden Jugendlichen visuell dargestellt. Diese Form der positiven Bewertung hat den Vorteil, dass jeder Einzelne seine Entwicklung über einen nachvollziehbaren Zeitraum sehen und mit anderen Jugendlichen in diesem System vergleichen kann. Dies kann und soll Ansporn und Motivation sein.

Nach Erreichen einer bestimmten Anzahl von Chips pro Woche kann ab der 2. Phase an allen Freizeitaktivitäten teilgenommen werden. Diese sind vielfältig und bedienen geistig-kulturelle (Bibliotheksfahrten, Kino u.a. Kulturveranstaltungen) sowie sportliche Bereiche. Hier wird Fitness, Thaiboxen oder Fußballtraining im Verein, Schwimmen, Angeln, Volleyball, Basketball, Bowling, Reitsport und nicht zuletzt der Besuch im Kletterpark und die Teilnahme an Drachenbootrennen angeboten.